Eine gute und viele schlechte Nachrichten

Die gute Nachricht ist, dass bei dieser Hitze und Trockenheit fast kein Unkraut wächst. Darum – und natürlich wegen der Arbeit unserer Gartenfachkräfte und GenossenschafterInnen – sieht es auf dem Feld auch sehr schön und ordentlich aus. Die schlechten Nachrichten sind: Alles andere wächst auch kaum, die Pflanzen leiden, haben keine Vitalität, ziehen sich zusammen, fahren ein Notprogramm, damit sie überleben können. Rondini und Gurken haben Sonnenbrand, Ihr habt in den letzten Wochen in den Taschen gesehen, wie diese Flecken auf den Gurken aussehen. Mangold – für manche letztes Jahr zu viel des Guten – konnten wir diese Saison vom Feld überhaupt noch nicht ernten.

Das schlechte Wachstum bedeutet zum Beispiel auch, dass wir für eine Tasche ein ganzes Beet voll kleiner Salate ernten müssen statt wie sonst ein halbes. Entsprechend füllen wir mit den Salaten nur halb so lange unsere Taschen wie in anderen Jahren. Ausserdem macht der Kopfsalat bei diesen Temperaturen kaum einen Kopf und wird schnell bitter. Der Knollensellerie, den wir vor drei Monaten gepflanzt haben, sieht fast noch gleich aus wie die Setzlinge beim Pflanzen, obwohl wir gehackt und bewässert haben – ob sie je brauchbare Knollen machen, steht noch in den Sternen. Zwei Beete Stangensellerie haben sich «in nichts» aufgelöst, hier gibt es gar nichts zu ernten.

Der Mais geht nicht mehr in die Höhe. Die Kürbisse sind ebenfalls betroffen, wenn sie Risse kriegen, sind sie nicht mehr lagerfähig. Ob wir davon genügend ernten und einlagern können, ist noch offen. Bei dieser Hitze fühlen sich hingegen die weissen Fliegen und die Erdflöhe wohl, darum wird es dieses Jahr sehr schwierig für alle Kohlarten.

Kurz und gut: Die Fülle in den Taschen nimmt nun langsam ab, wie es mit dem Lagergemüse für den Winter aussieht, können wir noch nicht sagen. Alle, die von einer Standard- auf eine Singletasche gewechselt haben, werden vielleicht demnächst feststellen, dass die Singletasche doch eher für eine Person gedacht ist.

Die Betriebsgruppe wird nun nach Antworten auf diese Probleme suchen. Diese Antworten werden auch Geld kosten, es kann zum Beispiel in kommenden Jahren nicht mehr sein, dass wir mit so viel Arbeitsaufwand so unzureichend bewässern. Auch in anderen Bereichen wird es Investitionen brauchen. Wir bleiben dran und lassen uns nicht entmutigen.