Bodenverbesserung konkret gelebt

Liebe Mitgärtnerinnen & Mitgärtner

Die Internationale Bodenkundliche Union (IUSS) hat 2002 erstmals den 5. Dezember zum Weltbodentag (World Soil Day) ernannt. Mit ihm soll ein jährliches Zeichen für die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden und dessen Gefährdung gesetzt werden. Nur 12% der Erdoberfläche sind landwirtschaftlich nutzbare Flächen. Gehen 2 cm Boden durch Erosion verloren, dauert die Neubildung ca. 500 Jahre. Zudem ist Boden nach den Ozeanen der größte Kohlenstoffspeicher der Erde. Er enthält 1.500 Gigatonnen Kohlenstoff, wobei er 20 % der weltweit von Menschen verursachten CO2-Emissionen aufnimmt. Zentral ist auch die Bedeutung für die Trinkwasserversorgung, denn ein durchschnittlicher Boden kann rund 200 Liter Wasser pro m² speichern. (Datenquelle: deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe).

Wir GärtnerInnen setzen uns tagtäglich in den unterschiedlichsten Formen mit dem Thema Boden auseinander. Wir versuchen unser Augenmerk darauf zu richten, den Boden möglichst schonend zu bewirtschaften und im Idealfall sogar zum wertvollen Humusaufbau beizutragen. Gerade in einer solidarischen Landwirtschaft wie der Gartenkooperative, bei der durch die Vorfinanzierung des Betriebsjahres der Kostendruck auf die Produktion stark reduziert wird, ist es möglich, solche ökologische Anbaumethoden anzuwenden, welche sonst in den meisten Fällen nicht finanzierbar sind.

So kommen wir zum Beispiel durch eure Mitarbeit mit sehr wenig maschineller Bodenbearbeitung aus, was dem Humusabbau und Bodenverdichtungen entgegenwirkt. Zudem versuchen wir, den Boden nur flach zu bearbeiten, um das natürliche Gefüge beizubehalten. Das heisst, dass wir bei wendender oder rotierender Bodenbearbeitung maximal 10-15 cm tief in die Erde eindringen, um den fruchtbaren Oberboden nicht zu „vergraben“ und den humuslosen Unterboden nicht mit den oberen Schichten zu vermischen. Das ganze Jahr hindurch säen wir temporäre Brachflächen mit Gründüngungen ein, welche vor Erosion schützen, wertvolle Pflanzennährstoffe vorübergehend binden, den Boden gut durchwurzeln und lockern, sowie gleichzeitig Unterschlupf und mitunter ein Nahrungsangebot für Nützlinge bieten. Gerade auch die eigene Kompostbereitung möchten wir schrittweise mehr und mehr optimieren.

Die Gartenkooperative bietet uns zudem die Möglichkeit in den unterschiedlichsten Bereichen der Bodenverbesserung zu experimentieren. So tragen wir gemeinsam mit unserem Gemüse einen kleinen Teil zur Bewusstseinsbildung und Schonung der kostbaren Ressource Boden bei.

Bis bald auf dem Feld.
Liebe Grüsse,
das Gartenteam