Von Trockenstress, Notblüten und Erdflöhen

Lie­be Mit­gärt­ne­rin­nen & Mit­gärt­ner

Unser Gar­ten­ko­ope­ra­ti­ve-Feld hat in den letz­ten 2 Wochen rich­tig Gestalt ange­nom­men und sieht nun aus wie eine Patch­work­decke in Braun- und Grün­tö­nen. Wir haben schon vie­le Som­mer- und Win­ter­kul­tu­ren gepflanzt und gesät, so z.B. Ran­den, Knol­len­sel­le­rie, Rosen­kohl, Zuckermais,Mangold, Zuc­chet­ti, Kür­bis, Boh­nen. Bei idea­len Boden- und Wet­ter­ver­hält­nis­sen haben wir letz­te Woche inner­halb von zwei Tagen 3000 Setz­lin­ge gepflanzt. Im «Gärt­ner­la­tein» heisst Pflanz­wet­ter: leicht bedeck­ter Him­mel, mäs­sig feuch­te Erde (so dass es nicht klebt an den Fin­gern) und abends oder nachts einen kur­zen Regen­schau­er. Die­ses Wet­ter behagt übri­gens auch den Schnecken und Bei­kräu­tern sehr!

Lei­der ging die lang­an­hal­ten­de Trocken­pe­ri­ode im April und Mai nicht spur­los an den Pflan­zen vor­bei. Statt in das vege­ta­ti­ve Wachs­tum ging die Kraft gleich in die Blü­ten­bil­dung. Was­ser­man­gel löst bei vie­len Pflan­zen ein Not­fall­pro­gramm aus, der bio­lo­gi­sche Sinn der «Not­blü­te» und Samen­bil­dung dient dem Über­le­ben der Pflan­ze. Das war auch gut bei vie­len Bäu­men zu beob­ach­ten. Bei den Gemü­se­pflan­zen min­dert es den Ertrag oder es gibt Aus­fall, je nach dem wel­cher Teil der Pflan­ze geges­sen wird.

Das trocke­ne Wet­ter mögen beson­ders die Erd­f­lö­he, die an Kohl­setz­lin­gen und Ansaa­ten beträcht­li­chen Scha­den anrich­ten (Kohl­ra­bi, Radies, Ret­tich, alle Kohl­ar­ten). Bio­lo­gi­sche Mass­nah­men zur Abwehr der Erd­f­lö­he sind Lockern und Feucht­hal­ten der Erde. Bei eini­gen Bee­ten ver­wen­den wir ein eng­ma­schi­ges Kul­tur­schutz­netz zum Abdecken der Setz­lin­ge. Sämt­li­che Kohl­bee­te abzu­decken ist zu auf­wän­dig, das hal­be Feld wäre dann ein­ge­packt und wür­de aus­se­hen wie ein Werk von Chri­sto! Kommt dazu, dass bei jedem Jät- und Hack­durch­gang alles abge­deckt und nach­her sorg­fäl­tig wie­der zuge­deckt wer­den muss.

Die nicht ganz idea­len Start­be­din­gun­gen die­ses Früh­jahr sind mit ein Grund, dass wir momen­tan kei­ne Gemü­se­schwem­me haben und wie ange­kün­digt noch bis Mit­te Juni den 14-tägi­gen Taschen­rhyth­mus bei­be­hal­ten.

Im Juni ist eben­falls noch Haupt­pflanz­zeit und die Gärtner/Innen sind froh um eure tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung bei den Feld­ar­bei­ten.

Herz­li­che Grüs­se,
die Gärtner/Innen