Von “Food waste” und “geretteten Lebensmitteln”

Lie­be Mit­gärt­ne­rin­nen & Mitgärtner

Die­se & vor­aus­sicht­lich näch­ste Woche fin­det ihr beson­de­re Rüeb­li in eurer Gemü­se­ta­sche. Unser Bio-Bau­er Georg Frick hat letz­te Woche einen Teil sei­ner Rüeb­li mit dem Klemm­band­ro­der geern­tet. Dabei kön­nen maschi­nell bedingt bis zu 10% der Ern­te­men­ge am Feld lie­gen bzw. in der Erde stecken blei­ben. Das hän­di­sche Nach­ern­ten ist nicht ren­ta­bel und Bruch­wa­re lässt sich nicht in übli­chen Struk­tu­ren ver­mark­ten. Dan­kens­wer­ter­wei­se durf­ten wir die­se Rüeb­li «ret­ten». Ca. 100kg Bio-Rüeb­li lan­den so auf den Tel­lern der momen­tan 112 Haus­hal­te der Gartenkooperative.

Rund ein Drit­tel aller in der Schweiz pro­du­zier­ten Lebens­mit­tel geht zwi­schen Feld und Tel­ler ver­lo­ren. Das ent­spricht pro Jahr rund 2,3 Mil­lio­nen t Nah­rungs­mit­tel oder der Ladung von ca. 140.000 Last­wa­gen, die anein­an­der­ge­reiht eine Kolon­ne von Zürich bis Madrid erge­ben wür­de. Ins­ge­samt wird bei Frisch­ge­mü­se rund 63% auf dem Weg bis zum Tel­ler – Pro­duk­ti­on, Trans­port, Lage­rung, Ver­ar­bei­tung, Han­del, Gastro­no­mie, Haus­hal­te – weg­ge­wor­fen oder geht ver­lo­ren. In der Land­wirt­schaft ent­ste­hen rund 20% aller Lebens­mit­tel­ver­lu­ste (Food Los­ses). Ver­lu­ste bezeich­nen Lebens­mit­tel, die in den Pro­duk­ti­ons­ver­fah­ren ver­lo­ren gehen und des­halb nie zu den Kon­su­men­tIn­nen gelan­gen. Die­se und wei­te­re Infos fin­det ihr unter foodwaste.ch.

Auch sonst fin­det sich immer wie­der mal Gemü­se von unse­rem Feld in den Taschen, wel­ches im Han­del aus­ge­schie­den wür­de, da zu klein, zu gross, krea­tiv gewach­sen oder nicht makel­los. Es geht kaum ein Diens­tag am Feld vor­über, bei wel­chem nicht dis­ku­tiert wird, ob z.B. die­ser oder jener Salat­kopf nun in die Taschen gelan­gen soll. Meist ent­schei­den sich dann die Genos­sen­schaf­te­rIn­nen für die Tasche, da es ja aus dem eige­nen Gar­ten stammt & man weiss, wie viel Ener­gie & Arbeit hin­ein­ge­steckt wur­de. Dies ist auch mög­lich, da das ein­zel­ne Gemü­se kei­nen Preis hat, son­dern wir uns eben die Ern­te tei­len, mal ist sie üppig & mal beschei­den. Food save – wunderbar.

Bis bald am Feld.
Herzlich,
das Gartenteam